Wie setzt sich der Gaspreis für Privathaushalte zusammen?

Arbeitspreis und Grundpreis:

Wie der Strompreis besteht auch der Gaspreis in Deutschland in der Regel aus einem Grund- und einem Arbeitspreis. Der Grundpreis ist verbrauchsunabhängig und beinhaltet zum Beispiel die Kosten für die Rechnungslegung und den Zahlungsverkehr sowie auch die an Dritte zu zahlenden Kosten für den Messstellenbetrieb, die Messung und die Abrechnung der Netznutzung. Der Arbeitspreis ist der Preis für die tatsächlich verbrauchte Energie und wird in Cent je Kilowattstunde (kWh) angegeben.

Preisbestandteile Gaspreis im Detail:

Grundsätzlich setzt sich der Gaspreis aus drei Bestandteilen zusammen:

1.) Steuern und staatlich festgelegte Abgaben inkl. CO2-Preis und Umlagen

Hierzu zählen unter anderem die Mehrwertsteuer sowie die Erdgassteuer, aber auch Konzessionsabgaben, die die Gaslieferanten als eine Art Nutzungsgebühr an Städte und Gemeinden für die Nutzung der örtlichen Gasleitungen entrichten. Neu seit 2021 ist der gesetzlich festgelegte CO₂-Preis, der für den Treibhausgas-Ausstoß bei der Wärmeerzeugung erhoben wird. Ab Oktober 2022 treten die vom Gesetzgeber eingeführte  Umlage nach § 35 e Energiewirtschaftsgesetz („Gasspeicherumlage“) sowie die Gasbeschaffungsumlage nach der Gaspreisanpassungsverordnung in Kraft. Auf diese staatlich veranlassten Kosten hat der Energielieferant keinen Einfluss.

2.) Regulierte Netzentgelte, inklusive Messung und Messstellenbetrieb:

Die Netzentgelte dienen dem Betrieb, dem Erhalt und dem weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur regional sowie überregional. Ihre Höhe wird von den Regulierungsbehörden vorgegeben und von der Bundesnetzagentur (BNetzA) kontrolliert. Die Lieferanten oder Gasanbieter selbst können diesen Teil des Gaspreises nicht beeinflussen.

3.) Gas-Beschaffung und Vertrieb:

Neben den Kosten der Energieversorger für Kundenservice, Verwaltung und Vertrieb fließen vor allem der Preis für die Beschaffung am Energiemarkt ein. Die meisten Energielieferanten in Deutschland fördern aufgrund der geringen Vorkommen hierzulande das Erdgas nicht selbst, sondern beschaffen die Ressource auf dem Energiemarkt. Seit dem Jahresende 2021 sind die Großhandelspreise für Erdgas auf den internationalen Märkten stark angestiegen. Die Energielieferanten müssen also deutlich höhere Beschaffungspreise für die benötigten Gasmengen zahlen als zuvor. Weitere Infos dazu gibt es hier >>

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